Pitch

Welches gesellschaftliche Problem adressiert Fraktales Lernen?

Unsere Welt entwickelt sich immer schneller. Das hat zur Folge, dass die Menschen/Kinder mehr und mehr informell lernen; unbewusst;  Learning by Doing. Dies ist ein sehr emotionaler Weg und die Kindern sind heute wesentlich sinnlicher und ganzheitlicher unterwegs als früher. Und sie lassen sich sehr leicht von allem mitreißen, was ihre Emotionen anspricht; auch gegen jede Vernunft.
Schule trägt diesen neuen Anforderungen immer besser Rechnung: Es wird fächer-übergreifend gelernt, in Zusammenhängen, Projekten. Nur die Pädagogik für Mathematik hat sich im Grunde nicht verändert. Die Schüler erleben sie als einen Haufen unzusammen-hängender Regeln und Gesetzen; als Wissen, das sie sinnlos in sich hineinstopfen (müssen). Wenn sie sich denn nicht ganz verweigern, was immer mehr von ihnen tun.

Eine der häufigsten Fragen, die dem Mathelehrer gestellt werden ist: „Warum muss ich Mathe Lernen?“ Meiner Meinung nach ist der wichtigste Sinn von Matheunterricht, die Kindern zu befähigen, sich in einer immer komplexeren und sich ständig ändernden Welt ihren eigenen Weg zu suchen. Was hat das mit Mathe zu tun? Nun: die Mathematik ist Meisterin im Rätsel-Lösen. Meisterin darin, aus Nichtwissen Wissen zu machen. Sie lehrt Mut, Selbstbewusstsein, und die Zuversicht, dass kein Problem zu groß ist, als dass es nicht lösbar wäre. Leider erleben die Kinder im Mathematikunterricht nur allzu oft genau das Gegenteil. Sie leben in permanenter Angst vor der Mathematik und scheitern genau deshalb an ihr. Als Antwort auf die Fragen nach dem Sinn vertröstet diese sie auf später, auf das Leben nach der Schule. Doch Emotionen leben in der Gegenwart. Der menschliche Verstand kann verstehen, was ihm der Lehrer sagt! Doch die Emotionen verstehen das Wort „Zukunft“ nicht und sind enttäuscht.

Eine der wichtigsten Funktionen des Lehrers wäre, „Zeuge“ davon sein, dass das, was er da unterrichtet, ihn selbst begeistert. Doch genau das kann er in Mathe nicht, denn dazu müsste er über das große Ganze sprechen. Er müsste von der Schönheit der Mathematik erzählen. Besser noch: er müsste sie zeigen.
Und mit jedem Jahr Erfahrung ist er sich sicherer, dass die meisten seiner Schüler Mathe nicht verstehen werden. Und die Schüler spüren dies und erfüllen diese Erwartung. Ein Teufelskreis.

Was ist die Lösung?

Auf den Punkt gebracht: Die Lösung liegt in darin, dass die Kinder beim Mathe-Lernen Glück erleben. Und nichts macht ein Gehirn glücklicher, als ein neues Muster zu entdecken. Denn unser Gehirn kann im Grunde gar nichts anderes als Muster erkennen. Und jedes neu erkannte Muster ist ihm Garant dafür, dass es auch morgen noch am Leben hängt.
Je mehr Vorkommen eines Musters in einer Sache vertreten sind, desto leichter erkennt es und desto mehr Glück erlebt es. Denn die große Anzahl desselben Musters zeigt dessen Wichtigkeit.

Mathe hätte alles, um in den Augen unseres Gehirns schön zu sein und glücklich zu machen. Viel mehr sogar als alle anderen Fächer. Leider schneiden wir die Teile dieses Puzzles „Mathe“ so klein, dass kaum noch Muster zu entdecken sind. Und so paradox es klingt: je kleiner und scheinbar einfacher ein neuer Inhalt ist, desto mehr Druck übt er jetzt aus. Würden wir die Teile  größer schneiden, die Kinder würden süchtig werden.
Auch der Lehrer würde profitieren: er dürfte nicht nur, sondern er müsste davon erzählen, warum er Mathe liebt. Von ihren Zusammenhängen und von ihrer Schönheit. Auch er wäre glücklich. Eine Glücksspirale.

Was genau bietest du an? Was ist dein Produkt?

Auf einer übergeordneten Ebene biete ich Wissen um eine Pädagogik, bei der die SchülerInnen glücklich sind. (Fraktales Lernen)
Und wie darauf aufbauend die Schüler mit einem hohem Maß an intrinsischer Motivation miteinander und voneinander lernen. (Sozial Fraktales Lernen) Die Spaltung der Klasse in die guten und die „schlechten“ Schüler fiele weg. Denn jetzt müsste niemand mehr auf die anderen warten. Statt sich zu langweilen lernen die guten Schüler Kompetenzen weiter zu geben. Und die schwächeren Schüler erhalten (im Unterricht) eine individuelle Unterstützung. (Differenzierung).
Damit ändert sich die Rolle des Lehrers vom „Dozenten“ zum Zeugen und Coach. Die Klasse kommt als Ganze wesentlich schneller vorwärts.

In immer mehr Bereichen wurde die Methode bereits in Lehrmittel gegossen: Plakate, Bücher und Puzzle.

  • Das Besondere an den Büchern ist, dass sie sich auf der linken Seite an den Verstand des Menschen richten, und auf der rechten an seine Sinne. Wer will, kann die Bücher wie ein Daumenkino lesen. Die Bilder setzen sich im Kopf der Schüler zu einem großen und ganzen zusammen. Das Gehirn entdeckt Zusammenhänge.
  • Die Plakate fassen Themen zusammen. Über Wochen kann der Lehrer jede einzelne Frage mit einem Verweis auf das Plakat beantworten. Die unbewusste Botschaft an den Schüler ist: Mathe ist einfach. Mathe ist immer diesselbe. Das Thema landet im Kopf der Schüler nicht als Sammlung von Formeln, sondern als Bilder und als Film. Irgendwann kennen sie die Plakate auswendig und können sie aufmalen bzw. in der Prüfung auf der Suche nach einer Antwort in Gedanken durchgehen.
  • In den Puzzeln erfahren die Schüler auf eine sehr sinnliche Weise, wie die Mathematik als Ganze funktioniert. Wie sie von den Sinnen zu einer Formeln und von dieser zum Ergebnis kommen.

Derzeit wird die Pädagogik vor allem dazu genutzt, Türen zu öffnen, die bereits zugeschlagen sind. Die extremen Herausforderungen, denen sich die Pädagogik dabei bisweilen stellen muss, helfen die Werkzeuge jeden Tag immer noch besser zu machen. Nicht lange, und für viele Schüler ist Nachhilfe obsolet. Denn auch das ist der Ziel einer Glückspädagogik: kein Schüler wird in Zukunft mehr Nachhilfe brauchen.
Der Traum, auf den ich zusteuere, ist, dass Schulen, die sich für eine Glückspädagogik entscheidet, nicht zuerst über Jahre ihre Lehrer schulen müssen. Sie kaufen einfach einen „Mathe-Raum“. Hier finden beide —Lehrer und Schüler— alles, was sie zum Glücklich-Sein benötigen. Der Unterricht ist bereits vorbereitet. Die Mathematik erklärt SICH selbst den Schülern und stellt sich ihnen in ihrer ganzen Schönheit vor.

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